Laut einigen Medienberichten entwickelt sich derzeit in Leipzig ein handfester Immobilien-Skandal, welcher ganz Sachsen erschüttert. Die Stadt hat angeblich seit Mitte der 1990er Jahre zahlreiche Liegenschaften veräußert, ohne vorab die genauen Eigentumsverhältnisse zu klären.

Im sächsischen Landtag wird höchst wahrscheinlich ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der die gesamte Situation aufklären. Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut verschiedenen Berichten bereits und soll sich im Zuge dessen wohl auf drei Mitarbeiter vom Rechtsamt der Stadt Leipzig konzentrieren.

Mindestens 411 Immobilien – Häuser und Grundstücke – mit unbekannten Eigentümern sollen insgesamt in den Immobilien-Skandal verwickelt sein. Über die dubiosen Verkäufe sollen so laut Medienangaben mehr als 6 Mio. Euro an den möglichen Eigentümern vorbei auf den Stadtkonten gelandet sein. Das Städtische Rechnungsprüfungsamt hat bisher lediglich 25 von Hunderten Fällen ausführlich geprüft. Bei 90% lagen Bearbeitungsfehler vor, ein unüberschaubares Aktenchaos wurde festgestellt und dutzende Fallakten fehlten sogar komplett. Zudem soll das Rechtsamt der Stadt Leipzig Honorare für Leistungen gezahlt haben, die nicht erbracht wurden. Der Oberbürgermeister Jung hat angeblich inzwischen eingeräumt, dass bei mindestens 157 Fällen einige Mitarbeiter der Stadt Leipzig zumindest „fahrlässig mit fremden Eigentum gezockt haben“.

Einen interessanten Artikel zu der Geschichte eines Betroffenen, der bereits seit 2007 um seine Immobilien in Leipzig kämpft, wurde heute auf sueddeutsche.de veröffentlicht. Über den Fortgang der Geschehnisse werden wir hier bei uns im Magazin ausführlich berichten.